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Wednesday, August 03, 2011

"German Silver" Huh, what?! - "Deutsches Silber" Häh, was?!

A tin of "German Silver" Gilders Paste by Baroque Arts


SO, it wasn't until I came across The Beading Gem's Journal post on How to Use Gilder's Paste to Colorize Metal Jewelry that I encountered the term "German Silver", which is actually only one of the many, many shades of color this fabulous product by Baroque Arts is available in. B'sue, whose videos exploring the possibilities of Gilders Paste were heavily featured in the article, describes the color as:
"This is the German Silver, which I'm nuts about. They tell me, this is one of their best-sellers. It's like a silver and a gold mixed together, it is awesome. It is like the, uhm, old German nickel silver, and with a ...  a patina, or something. Awesome, awesome."
Needless to say, being a German native, I was intrigued, and felt compelled to look up stuff some more perusing the usual sources such as Google, and Wikipedia.


TURNS out,  German "Silver" isn't real silver at all, eh, but rather a copper alloy. Citing from the Wikipedia entry on nickel silver:

"Nickel silver, also known as German silver, Argentann, paktong, new silver, nickel brass, or alpacca (or alpaca), is a copper alloy with nickel and often zinc. The usual formulation is 60% copper, 20% nickel and 20% zinc.[4] In fact, all modern, commercially important nickel silvers (such as those standardized under ASTM B122) contain significant amounts of zinc, and are sometimes considered a subset of brass. Paktong is actually not a pseudonym for Nickel Silver, but the metal Nickel Silver was made to imitate. Whilst Paktong is a similar alloy there are subtle compositional differences and more important chronological differences.

Nickel silver is named for its silvery appearance, but contains no elemental silver unless plated."



"Altsilber" ("Ancient Silver")  Inka Gold by Viva Decor
ICH muss  gestehen, bevor ich den Artikel in The Beading Gem's Journal über wie man Metalschmuck mit Gilder's Paste einfärben kann gelesen habe, war mir der Begriff "German Silver" (Deutsches Silber) noch nie untergekommen. "German Silver" ist übrigens nur eine der vielen, vielen Farben in denen dieses fabelhafte Produkt von  Baroque Arts erhältlich ist. Vielleicht kommt ja mal jemand auf die Idee es zu importieren und hierzulande anzubieten. ;D B'sue, deren Videos in denen sie die Gilder's Paste ausprobiert im Laufe des Artikels vorgestellt wurden, war offensichtlich total begeistert von diesem speziellen Farbton.
"This is the German Silver, which I'm nuts about. They tell me, this is one of their best-sellers. It's like a silver and a gold mixed together, it is awesome. It is like the, uhm, old German nickel silver, and with a ...  a patina, or something. Awesome, awesome."
Da ich nun mal eine eingeborene Deutsche bin, und es mich immer fasziniert unerwartet über Begriffe zu stolpern die mit meiner Heimat zu tun haben, musste ich natürlich gleich mal nachforschen - mit den üblichen Quellen der unendlichen Weisheit, Google und Wikipedia.


WIE sich herausstellte hat "Deutsches Silber" mit echtem Silber bis auf die Optik überhaupt nichts gemein, sondern ist eine Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink. Hier mal aus dem Wikipedia Artikel über Neusilber zitiert:

"Für Neusilber gibt es auch die Bezeichnungen Alpaka/Alpacca (geschütztes Warenzeichen), Argentan, Minargent, die französische Bezeichnung Cuivre blanc und die aus dem Chinesischen stammende Bezeichnung Packfong. Auch die Bezeichnung Hotelsilber wird verwendet. Im Spanischen ist Neusilber auch als plata alemana und im Englischen als German Silver (beides deutsches Silber) bekannt. Galvanisch versilbertes Neusilber wird als Chinasilber bezeichnet.
Neusilber ist eine silberweiß glänzende Legierung aus 47–64 % Kupfer, 10–25 % Nickel, 15–42 % Zink."

Antique 19th century German Silver Tea Service
Photo: www.oneofakindantiques.com
IN the western world nickel silver was first known from goods imported from China at some time during the 17th century, made from an alloy called bai-tong or paktong (literally meaning "white copper") used to imitate the look of  sterling silver. It wasn't until the 18th century it was discovered to be a copper-nickel-zinc alloy, and around 1770 the Suhl (Germany) Metalworks were able to produce a similar alloy which was soon known as "Suhler Weißkupfer" (white copper from Suhl).

In 1823 a competition was initiated by  the Verein zur Förderung des Gewerbefleißes to perfect the process: The aim was to create an alloy that possessed the closest visual similarity to silver of a millesimal fineness of 750/000 (12/16 lot, respectively) - a silver standard common only in  old Germany - at the cost of only 1/6 of the silver price back then; and it was required to be suitable for use as silverware/cutlery (meaning, non-toxic, unlike one of the "white copper" alloys known back then, which contained up to 37% arsenic!).

The brothers Henniger in Berlin (Argentan) and Ernst August Geitner in Schneeberg (Neusilber / New Silver) independently achieved this goal. Austrian metalware manufacturer Berndorf (founded 1843 by Alexander Schoeller and Alfred Krupp) named the trademark brand Alpacca, which became widely known in northern Europe for nickel silver.

The development of electroplating caused nickel silver to become widely used after 1840. It formed an ideal, strong and bright base for the plating process. It was also used unplated for cheaper grades of cutlery and "silverware".


Antique German Silver Flatware, circa 1880
Photo: www.oneofakindantiques.com
IM 17ten Jahrhundert wurden erstmals Metallwaren aus einer Pakfong (auch Paktong o. Bai-Tong = "Weißes Kupfer") genannten Legierung die das Aussehen von Sterling Silber imitierte aus dem Kaiserreich China in den Westen importiert. Doch erst im 18ten Jahrhundert erkannte man, dass es sich dabei um eine Legierung aus Zink, Kupfer und Nickel handelte. Um 1770 gelang es den Suhler Metallwerken eine ähnliche Legierung zu erzeugen, die bald als Suhler Weißkupfer bekannt wurde.

1882 wurde vom Verein zur Förderung des Gewerbefleißes ein Preisausschreiben veranstaltet, dass die Herstellung einer weißen Legierung forderte, die im Aussehen dem Silber mit einem Feingehalt von 750/000 (basierend auf den damals noch üblichen12 /16 Lot)  gleichen, aber höchstens 1/6 des damaligen Silberpreises kosten sollte. Zudem sollte die Legierung lebensmittelecht sein - eine der damals als Weißkupfer bekannten Legierungen enthielt bis zu 37% Arsen!

Die Gebrüder Heniger in Berlin (mit Argentan) und Ernst August Geitner in Schneeberg (mit der ähnlichen Legierung Neusilber) lösten  diese Aufgabe unabhängig voneinander. Durch die Östereichische Berndorfer Metallwarenfabrik (1843 gegründet durch Alexander Schöller und Alfred Krupp) wurde schließlich "Alpacca" (geschütztes Warenzeichen) in Nordeuropa bekannt.

Durch die Entwicklung der galvanisierung war die Nutzung von Neusilber/Nickelsilber als Tafel"silber" nach 1840 weit verbreitet. Widerstandsfähig und in der Farbe ähnlich, war es das ideale Material um versilbert zu werden. Auch unversilbert wurde es verkauftt, z.B. als billiges Tafel"silber".



Sources and Links / Quellennachweis und Verknüpfungen:


Monday, July 04, 2011

Erfahrungsbericht: Flüssiges Edelmetal v. Viva Decor / Review: Precious Metal Color by Viva Decor

Can you spell SHINY? =D
VOR 3 Wochen hat ja hier in Wiesbaden endlich der "idee. Creativmarkt" eröffnet. Ich musste natürlich bei der erstbesten Gelegenheit rein, mal schnuppern was die so alles haben. Bei der Gelegenheit bin ich dann über eine ganz, ganz wundervolle Farbe gestolpert - und zwar "Flüssiges Edelmetal" von Viva Decor. Die gibts wohl schon seit einiger Zeit, hab ich aber im Gegensatz zu "Inka Gold" vom selben Hersteller noch nie gesehen. Ich konnte die Gläschen gar nicht mehr aus der Hand legen, weil ich die Farben so toll fand. War mir dann aber doch zu teuer ... 

Also, Heim gelaufen, Computer hochgefahren, und online umgeschaut und dann bestellt. Und, wo ich schon dabei war, sind mir auch noch zwei Gläser Inka Gold in den virtuellen Einkaufswagen "gefallen".


3 WEEKS ago the "idee. Creativmarkt" (a craft store chain, sortakinda like Michael's, only on a much smaller scale) finally opened shop here in Wiesbaden, and of course I had to check it out right away. IThere,  stumbled across a wonderful, wonderful paint called "Precious Metal" by Viva Decor. It's been around for a while, apparently, but - opposed to "Inka Gold" from the same company which gets a lot of advertizsng - I've never seen it anywhere. I was so mesmerized by these glittery, vibrant colors, I was barely able to let go of those little jars. But, eventually, I thought these were a little too pricey ...

So, home I went, booted my computer, looked around a little in the online stores, and ordered. And, while I was at it, two jars of Inka Gold sort of dropped into the shopping cart as well.


Schön zu sehen, der silbrige Schimmer der Glimmerpartikel
GLÜCKLICHERWEISE waren die Farben da noch bevor ich vor Ungeduld platzen konnte (jaja, so ist das halt wenn man die Geldbörse schonen möchte, da muss man geduldig sein bis der Postbote kommt), und ich kann nur sagen, ich bin restlos begeistert. 

Weil sich die Glimmerpigmente des "Flüssigen Edelmetals" am Boden absetzen, ist grundsätzlich erst mal kräftiges Schütteln angesagt. Bis auf ein Gläschen offensichtlich älteren Datums (Farbe schon leicht eingetrocknet ...) hatten alle eine Mischkugel. Die scheint man inzwischen  aber wieder einzusparen. Beim Probeschütteln der Gläschen der neuesten Generation im Geschäft klackerte nämlich nichts. Schade eigentlich.

Die Farben lassen sich auf "allen üblichen Untergründen, sowie auf Glas" anwenden., und sind untereinander mischbar. Auf dem im Bild gezeigten Messingverbinder hat übrigens ein Anstrich pro Farbton gereicht, "Flüssiges Edelmetal." ist wirklich sehr deckend. Auf porösen Untergründen brauchts  dann aber wahrscheinlich doch zwei Schichten.

Die Konsistenz der Farbe ist ganz leicht dicklich (ähnlich Nagellack), detaillierte Untergründe werden nicht "zugekleistert", selbst feine erhabene Details bleiben sichtbar, und man kann die Farbe auch mit einem sehr dünnen Pinsel (5/0) noch gut verarbeiten. wie sich auf den Bildern gut sehen lässt. Der Metallikschimmer wirkt bei den meisten Farben leicht silbrig, andere haben eher einen Perlseffekt.

Trockenzeit des "Flüssigen Edelmetals" sind 1-3 Stunden, also auch für ungeduldige noch gut zu ertragen, Pinsel lassen sich ganz einfach unter fließend Wasser auswaschen.

Insgesamt sind zur Zeit 28 verschiedene Farben erhältlich, eine Palette die eigentlich keine Wünsche offen lassen sollte. Ich persönlich vermisse noch eine Art Schwarz ("Perlgrau" ist deutlich zu hell), ein richtig intensives Rubinrot ("Koralle" ist eher orangefarben, und "Dunkelrot" geht mehr in Richtung Bordeaux), und Gelb.


Painted brass connectors drying on my window sill
FORTUNATELY the paints arrived before I could go insane waiting for them (well, that's the downside of saving by buying online, you need to be patient until the postman arrives), and, I've got to say, I'm absolutely In LOVE with them.

Because the mica particles in the paint sink to the ground rather quickly, thorough shaking before use is a MUST. Except for one jar wich was so old that the supplier must have dug it up at the very back of their warehouse (considerably dried up already) all jars came with a mixing ball, though with the newest generation it seems to have been economized away. None of the jars I gave a test shake in the store gave of that characteristic "clack-clack" sound. A shame, really.

The paints supposedly  work on "almost any dry stable surface including glass", and all colors are intermixable. It's got great covering power, on the brass connectors in the pictures one coating per color were enough. Porous surfaces, however, might require more than one coating.

Der Goldschimmer ist vom Inka Gold
The consistency is slightly syrupy, sort of like nail polish. Fine relieved surface detail is still left visible after painting, and not plastered up, and you can still use the paint with even a very fine (5/0) brush, as evident from the pictures. With most colors, the metallic effect looks silvery, with some, it's pearlescent rather.

Drying time is 1-3 hours, bearable even for the impatient, I say, and clean up is super easy with just water.

Overall there are 28 colors available currently, which should be more than enough for just about everyone. However, I'm severely missing a black of sorts ("Pearl Grey" is too bright), an intense ruby red ("Coral" is sort of orange-y, and "Crimson" sort of bordeaux/wine red, a little on the purplish side imho), and a yellow.

ANHANG, 8ER JULI: Ich hatte vor ein paar Tagen den Kundendienst von Viva Decor angeschrieben, bezüglich der Hitzebeständigkeit und auch der Farbauswahl. Hier die Antwort:


"Sehr geehrte Frau Wollberg,

die von Ihnen gewünschten  Farbtöne, wie z.b. Schwarz oder Rubinrot , lassen sich aufgrund des hohen Metallicanteils,
nicht herstellen, da es dadurch zu Farbverschiebungen kommt.

Wenn Sie das flüssige Edelmetall mit Pardo mischen, kommt es durch den wässrigen Bestandteil, zur Rissbildung und weiteren Problemen beim Backen.

Auf Ihre Frage bezüglich der Hitze, können wir Ihnen mitteilen, das sich die Farbe bedingt durch die Wärmeentwicklung auf dem Teelicht verfärben würde.

Ein Trockenfilm ist bis zu 80 ° C beständig, bei höherer Hitzeeinwirkung kann es zu unangenehmen Gerüchen kommen."

Das nenne ich eine umfassende, und genaue Antwort - herzlichen Dank an den Kundendienst von Viva Decor!


ADDENDUM, JULY 8TH: I sent a mail to Viva Decor's (German) customer service a few days back, regarding the heat resistance, as well as the available colors. Here's a translation of the reply:

"Dear Mrs. Wollberg,

the desired shades of color, like, for example, black or ruby red, cannot be manufactured due to the high content of metallic particles, which would cause a color shift.

 Mixing Precious Metal Color with Pardo can, due to the higher water content, lead to cracking and other problems while curing.

Addressing your inquiry regarding the heat resistance, we would like to let you know that the heat caused by tea light might cause some color changes.


The dry-film resists heat up to 80°C (176°F), higher heat can lead to unpleasant smells."

Now this is what I call an encompassing and exact reply. Many thanks to Viva Decor's customer service!









Viva Decor Flüssiges Edelmetal, vorgestellt von idee.



Viva Decor Precious Metal Color, reviewed by "pezadoodle"


© 2011 Stories from the City of Brass